Freitag, 13. Juli 2012

Foto-Shooting auf der Schmelz

Nach längerer Pause war es letzten Montag wieder einmal so weit. Übers Internet habe ich Kontakt zu einem Pärchen gefunden, die mit mir ein kleines Fotoshooting machen wollten. Natürlich habe ich dieses Angebot gerne angenommen. Sie wohnen im 15. Bezirk nahe der Schmelz. Ich bin in Jeans und (Damen)T-Shirt und einer großen Tasche voller Klamotten zu ihnen gefahren und nachdem wir ein wenig nett miteinander geplaudert haben, haben wir meine Kleider und Röcke durchstöbert und geschaut, was ich anziehen könnte. Dann habe ich mich unter Mithilfe von beiden geschminkt und mich in verschiedenen Outfits präsentiert. Es war furchtbar heiß diesen Montag, aber ich wollte unbedingt eine Korsage für mehr weibliche Formen und eine Strumpfhose tragen, um die feminine Illusion zu bewahren. Schließlich ist es ein weißer Rock und ein graues Shirt geworden, welches mir V. (der weibliche Teil des Paares) geliehen hat. Darunter wie gesagt eine weiße Korsage und eine nude Strumpfhose sowie schwarze Pumps. Dann ging es schon raus aus der Wohnung, um noch das letzte Tageslicht fürs Fotografieren zu nutzen. Raus aus dem Haus und endlich war ich wieder en-femme auf der Straße. Was für ein herrliches Gefühl! Ich weiß nicht warum, aber diesmal war ich gar nicht so aufgeregt und so sind wir zügig Richtung Schmelz (ein großer Park im 15. Bezirk in Wien) gegangen. Als wir einige Schanigärten passierten und bei zahlreichen Passanten vorbei gingen, haben schon einige Leute geschaut, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie mich "erkannt" haben, oder ob sie einfach auf den jungen Typen neidisch waren, der gleich mit zwei Frauen unterwegs war ... :)
Dann haben wir das erste Shooting vor dem Eingang einer Schule gemacht. D. (der männliche Teil des Paares) hat auf Fotograf gemacht, mit Stativ und diversen anderen professionell wirkenden Accessoirs. Das hat natürlich noch mehr Aufmerksamkeit hervor gerufen, aber mittlerweile habe ich es sogar genossen, als die Leute mich angesehen haben!
Nun sind wir vor den Eingang des Sportzentrum gegangen und haben noch ein paar Fotos gemacht.
Zum Schluss haben wir noch einmal den Standort gewechselt und ich habe unter einer Straßenlaterne posiert.
Plötzlich hat sich der Himmel noch mehr verdunkelt und es hat zum Donnern und schließlich auch zu regnen begonnen. Wir sind rasch nach Hause gegangen, ja eigentlich gelaufen. V. hat mich bewundert, dass ich mit den spitzen Pumps mit 7 cm Absatz so schnell gehen kann ... Wir haben es gerade noch geschafft, nicht allzu nass zu werden und viel gelacht. In Ihrer Wohnung habe ich mich noch einmal umgezogen, da ich noch ein paar Dessous-Fotos haben wollte. Da ich dafür von der weißen Korsage auf ein schwarzes Spitzenhöschen wechseln wollte, musste ich mich ganz ausziehen. Als ich kurz nackt vor V. stand, hat sie ein wenig belustigt gemeint, dass ich aber ein "süßes kleines Teil" hätte ... Ich habe es als Kompliment aufgefasst und auch sie hat gemeint, dass es für mich wohl sehr praktisch wäre, weil es sich sehr gut in einem engen Höschen oder Rock verstecken lässt!
Es war ein wunderbarer lustiger Abend. Vielen Dank, V und D!

Kommentare:

  1. Hallo Nadine,

    ich glaube da hast du ein nettes Päärchen in den beiden gefunden. Der Bericht liest sich sehr interessant und gibt einen tollen Einblick in die Welt da draußen, die uns zeigt, daß es liebe Menschen gibt, die uns CDs problemlos akzeptieren.

    Wie ich aus deinem Bericht entnehme, trägst du wohl auch gerne Strumpfhosen. Ich trage täglich Strumpfhosen und komme ohne diese gar nicht mehr aus. Selbst bei hochsommerlichen Temperaturen trage ich eine. Da ich einen hellen Teint habe, ziehe ich lieber ein Strumpfhose an die dann die Beine nicht ganz so blass aussehen lässt.

    Dein Outfit aus schlichtem T-Shirt und einem normalen Rock sieht sehr leger und gefällig aus. Auch dein Dessousbild sieht sehr verlockend aus.

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß dies ein Tag für dich war, der dir lange in Erinnerung geblieben ist. Selbst jetzt nach gut 2 1/2 Jahren denkst du sicher noch gerne daran.

    Darf ich dich fragen, ob du dein "nacktsein" vor dem Päärchen etwas provoziert hast oder ob dies einfach so geschehen ist? Ich wüßte nicht, ob ich mich einfach so vor fremden Menschen ausziehen würde - ich glaube ich würde da in ein Nebenzimmer gehen. Aber etwas prickelndes hat es schon...;-)

    Liebe Grüße

    Jennifer

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    1. Hallo Jennifer,

      ja, die beiden waren sehr nett und wie Du richtig schreibst, gibt es durchaus liebe Menschen, die uns CDs problemlos akzeptieren.

      Natürlich trage ich gerne Strumpfhosen! Und ich trage sie wie Du auch im Hochsommer. Auch ich will damit meine Beine weniger blass erscheinen lassen und außerdem geben schöne Strumpfhosen den Beinen ein samtiges Aussehen. Für wirklich heiße Tage gibt es ja ganz dünne Sommerstrumpfhosen mit nur 7 oder 8 den, die sich wunderbar tragen lassen.

      Danke für Dein Kompliment zu meinem einfachen Outfit. Es sollte auch ein legerer Eindruck vermittelt werden.

      Das Nacktsein war ja nur ganz kurz und in der kleinen Wohnung hat es kein Nebenzimmer gegeben ... aber ich habe damit kein Problem, schließlich sind wir ja alle nackt auf die Welt gekommen ;-) Vielleicht habe ich es ja auch ein wenig provoziert, wer weiß? :-))

      Liebe Grüße
      Nadine

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  2. Liebe Nadine,
    es gibt viel mehr Menschen, die tolerant und offen sind, sie müssen nur mit konkreten Fällen konfrontiert werden. Dann wird meistens ganz schnell aus zuvor formulierter Ablehnung Akzeptanz gegenüber einer Lebensweise, die vielleicht nicht der der Mehrheit entspricht. Dafür ist Information ein wichtiger Aspekt.
    Dass Du den Mut und die Energie hast, Dein Frausein
    offen zu zeigen und damit allen Transfrauen hilfst ist bewundernswert.
    Der weiße Rock steht Dir ganz prima, ich mag die Länge. Dein ganzer Look ist hell gehalten, da sind die High Heels ein schöner Kontrast. Der farbliche Ton der Strumpfhose ist mit dem Make Up fein abgestimmt, so soll es sein!
    Du bist ganz Frau, Nadine, toll!
    Liebste Grüße
    Felicitas

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    1. Liebe Felicitas,
      wie schön, dass Du Dich durch meinen Blog "kämpfst" und mir ein so tolles Feedback gibst. Vielen Dank dafür!

      Ich habe ja meine weibliche Seite viel zu lange nur in den eigenen vier Wänden ausgelebt und irgendwann war der Schritt nach draußen ein logischer. Wie Du richtig schreibst, ist die Toleranz und Offenheit gegenüber einer nonkonformen Lebensweise meist größer als man befürchtet. Vielleicht hatte ich bislang nur Glück, aber ich habe keine einzige wirklich unangenehme Situation erlebt. Und mittlerweile habe ich schon einige Erfahrung ;-) (Bin schon gespannt, was Du zu meinem kurzen Urlaub als Frau sagst, den ich heuer im Frühjahr gemacht habe).

      Mit dem Schritt in die Öffentlichkeit ist auch der Drang, diese Seite an mir auch mit anderen zu teilen, immer größer geworden. So habe ich den Mut gefasst, diesen Blog zu machen und habe vor allen an den schönen Reaktionen viel Freude.

      Sehr lieb von Dir, dass Dir mein Look zusagt. Ich war damals nicht ganz zufrieden mit meinem Styling, aber ganz übel war es auch nicht. Ich versuche ja immer, ein möglichst tageslichttaugliches Outfit zu wählen und nicht als schrille Dragqueen aufzutreten.

      Liebste Grüße,
      Nadine

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    2. Es wäre absurd, in Dir eine Dragqueen erkennen zu wollen, nein, liebe Nadine, "nur" eine ganz normale, einfache Frau. Versteh das bitte richtig!
      Im Übrigen ist es wirklich eine Leistung, in diesen Pumps schnell und längere Zeit zu laufen, besonders mit den gleitfähigen Nylons.
      Nochmals für heute liebe Grüße von
      Felicitas

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    3. Liebe Felicitas,
      ich habe Dich schon richtig verstanden. Ich wollte nur meine Beweggründe und Auswahlkriterien für die Outfits erläutern ;-))

      Oja, es ist gar nicht so einfach, in diesen Pumps schnell und über längere Zeit zu laufen! Bei so manchem Ausflug habe ich auch schon Blasen und schmerzende Füße bekommen. Und die gleitfähigen Nylons, die ich ja grundsätzlich sehr liebe, verursachen auch bei einigen Pumps Probleme, da meine Fersen beim Gehen immer wieder herausrutschen. Kennst Du das auch?

      Liebste Grüße,
      Nadine

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    4. Liebe Nadine,

      es ist schon unangenehm, irgendwie immer darauf achten zu müssen, seine Pumps nicht zu " verlieren". Um das zu vermeiden, solltest Du Schuhe eine oder eine halbe Nummer zu klein kaufen, am Anfang sind sie zwar etwas unbequem und drücken, sie weiten sich aber relativ schnell und haben dann die richtige Größe, wenn man sie mit Feinstrumpfhosen tragen möchte. Die Gefahr, aus den Schuhen ungewollt herauszurutschen, ist minimiert. Wenn Du allerdings die Heels ohne Nylons oder mit Söckchen oder mit Strumpfhosen mit einer größeren DEN-Zahl tragen möchtest, ist das keine gute Lösung. Da lassen sich nur Schuhe mit der von Beginn an richtigen Größe tragen. Sonst hättest Du auch lästige Probleme, eventuell auch einmal strumpflos rasch in sie hineinzuschlüpfen, besonders wenn sie noch nicht eingelaufen sind.

      Ganz liebe Grüße von
      Felicitas

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    5. Liebe Felicitas,

      wie Du richtig schreibst, ist es recht unangenehm, darauf achten zu müssen, seine Pumps nicht zu "verlieren". Ich kaufe mir meine Schuhe deshalb schon seit einiger Zeit um eine halbe oder eine Nummer kleiner und das funktioniert bei den meisten Schuhen auch recht gut, wenngleich auch mit dem unangenehmen Nebeneffekt, dass sie meist bei den Zehen drücken. Meine hübschen schwarzen Peeptoes, die ich heuer recht oft getragen habe, habe ich auch eine halbe Nummer kleiner gekauft (daher drücken sie auch ein wenig) und trotzdem rutscht die Ferse beim Gehen heraus. Nun habe ich mir sogenannte Gel-Pads gekauft, die das Problem ein klein wenig verbessert haben, aber auch keine perfekte Lösung sind.
      Strumpflos sind enge Pumps auch ein Horror, da gebe ich Dir völlig recht. Das Resumé ist, dass frau einfach bei der Wahl der richtigen Heels nicht vorsichtig genug sein kann ;-)

      Ganz liebe Grüße,
      Nadine

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